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Wie läuft die Steuerfachwirtprüfung ab?

Die Prüfung wird vor der örtlichen Steuerberaterkammer abgelegt. Sie gliedert sich in einen schriftlichen und einen mündlichen Teil.

Die schriftliche Prüfung findet an drei aufeinanderfolgenden Tagen bundesweit einheitlich jeweils im Dezember statt. Sie besteht aus drei Klausuren mit einer Bearbeitungszeit von vier bzw. fünf Stunden in den folgenden Prüfungsgebieten:

  • Klausur Steuerrecht I (4 Stunden)
    Einkommensteuer, Körperschaftsteuer, Gewerbesteuer
  • Klausur Steuerrecht II (4 Stunden)
    Umsatzsteuer (ca. 50 %), Abgabenordnung (ca. 25 %), Erbschaft- und Schenkungsteuer sowie Bewertungsgesetz (ca. 25 %)
  • Rechnungswesen (5 Stunden)
    Buchführung und Rechnungslegung nach Handelsrecht und nach Steuerrecht (ca. 75 %), Betriebswirtschaftslehre (Grundzüge der Jahresabschlussanalyse, Kosten- und Leistungsrechnung, Finanzierung, ca. 15 %); Grundzüge des Gesellschaftsrechts (ca. 10 %)

Zum mündlichen Teil der Prüfung wird zugelassen, wer in allen drei Klausuren eine ausreichende Leistung oder in maximal einer Klausur eine mangelhafte Leistung erbracht hat. Teilnehmende mit einer oder mehreren ungenügenden Leistungen werden nicht zugelassen.

Die mündliche Prüfung findet je nach Kammerbezirk zwischen Februar und April des auf die schriftliche Prüfung folgenden Jahres statt. Sie erstreckt sich vorrangig auf die oben genannten Prüfungsgebiete. In der Regel werden 3 – 5 Kandidierende zu einer Prüfungsgruppe zusammengefasst. Jede Person kann in max. 30 Minuten Prüfungszeit zeigen, dass sie praxistypische und prüfungsgebietsübergreifende Fälle lösen kann. In einigen Kammerbezirken (z. B. Köln und Westfalen-Lippe) ist von allen Prüfungsteilnehmenden zu Beginn ein Kurzvortrag zu halten. Gesetze und Hilfsmittel sind wie in der schriftlichen Prüfung zulässig.

Die Steuerfachwirtprüfung ist insgesamt bestanden, wenn in mindestens drei der vier Prüfungsfächer (3 Klausuren und mündliche Prüfung) sowie im Gesamtergebnis mindestens ausreichende Leistungen erbracht werden. Werden die Prüfungsleistungen in einem Prüfungsfach mit „ungenügend“ bewertet, ist die Prüfung nicht bestanden.

Eine nicht bestandene Steuerfachwirtprüfung kann beliebig oft wiederholt werden.

 

Weiterführende Links:

Informationsblatt und Anforderungskatalog (Steuerberaterkammer München)

Prüfungsordnung (Steuerberaterkammer München)

 

Kann die Steuerfachwirtprüfung verkürzt werden?

Ja, eine Befreiung von der Ablegung einzelner Teile der schriftlichen Prüfung ist auf Antrag möglich, wenn eine andere vergleichbare Prüfung erfolgreich abgelegt wurde und die Anmeldung zur Steuerfachwirtprüfung innerhalb von 5 Jahren nach dem Bestehen der anderen Prüfung erfolgt. Diese Regelung kommt insbesondere für Bilanzbuchhalter*innen in Betracht (Befreiung von der Klausur Rechnungswesen).